In Griechenland wurde vor kurzem verabschiedet, dass ab 2011 Bargeldgeschäfte über 1500 Euro verboten sind. Geschäfte, die über diesem Betrag liegen, dürfen nur noch auf elektronischem Wege (z.B. Kreditkarte) getätigt werden. Dadurch erhofft sich der Staat, Schwarzgeldgeschäfte besser verhindern und kontrollieren zu können. Damit wiederum versucht sich der griechische Staat, der über Jahrzehnte hinweg auf desolate Weise mit seinen Staatsfinanzen umgegangen ist und dem momentan das Wasser am Halse steht, ein wenig Luft zu verschaffen.
Nun ist es für den Bürger ja grundsätzlich wünschenswert, die freie Wahl zu haben, ob er für eine Ware in Bargeld oder elektronisch bezahlt. Ein Bargeldkauf hat beispielsweise den entscheidenden Vorteil der Anonymität, elektronisch bezahlte Ware könnte u.U.technisch zurückverfolgt werden. Umgekehrt ist es oft bequemer, grössere Beträge per Kreditkarte zu bezahlen. Am besten ist es also, jederzeit frei wählen zu können.
Sollte es in der Eurozone zu grösseren Verwerfungen der Euro-Währung kommen, beispielsweise durch eine Überschuldung Deutschlands und anderer Staaten, dann ist zu befürchten, dass weitere ansonsten als "demokratisch" bezeichnete Staaten zu derartig drastischen Mitteln greifen, welche einen massiven Eingriff in die Grundrechte der Bürger darstellt. Dem Bürger wird derlei dann natürlich immer als "unumgängliche Notwendigkeit", "unverzichtbare Massnahme" usw. verkauft, und es wird ihm weisgemacht, es passiere ja alles bloss in seinem eigenen Interesse. (So ähnlich wie beim Internetsperre-Gesetz in Deutschland, wo die besorgte Familienministerin natürlich in allererster Linie die armen Kinder vor bösen Pädophilen schützen will. Dabei umschifft sie mehr oder minder elegant ein paar etablierte Grundrechte.)
Es sollte hierbei nicht vergessen werden, dass auch der schweizerische Staat seit ca. den 70erjahren grundsätzlich mehr Geld ausgibt, als er wieder einnimmt (falls ich das richtig im Kopf habe). Die Schulden steigen schneller als die Einnahmen. Trotz aller Lippenbekenntnisse hat sich dieser Trend nicht grundsätzlich geändert, und es sieht auch nicht so aus, als ob er sich in näherer oder weiterer Zukunft ändern würde. Es tröstet hierbei nur wenig, dass wir Schweizer noch relativ besser dastehen als z.B. die Deutschen oder die US-Amerikaner. Das Problem würde sich akut verschärfen, falls z.B. eine der schweizerischen Grossbanken aus welchem Grund auch immer bankrott gehen würde und der Staat mit finanzieller Hilfe einspringen müsste.
Meine Frage: Welches ist die Position der Piratenpartei hierzu? Wie kann in der Schweiz verhindert werden, dass durch derartige "Notmassnahmen" von Seiten des Staates Grundrechte ausser Kraft gesetzt werden?





